Im ägyptischen Museum von Kairo kann man einen Großteil der Schätze aus der Pharaonenzeit bewundern. Es wurde 1857 von einem Franzosen gegründet und verfügt über 155.000 Exponate aus 4.500 Jahren ägyptischer Geschichte. Hier finden sich die sterblichen Überreste berühmter Pharaonen wie Tutmosis II., Sethos I. und Ramses II., sowie der berühmte Grabschatz von Tut-Anch-Amun.
Der Bau eines modernen Museums mit ausführlicher Dokumentationfür die umfangreichen Exponate ist in der Planung.
Die Ursprünge des islamischen Kairo gehen auf das Jahr 641 zurück. Damals eroberten die Truppen des Amr ibn el-As, General des Kalifen Omar Ägypten. Ein Jahr später entstand mit der Gründung von el-Fustats der erste Stadtteil des zukünftigen Kairos. Zwischen 876 und 879 wurde auf einem Hügel namens Gebel Yaschkur die große Ibn-Tulun-Moschee erbaut. Sie ist die älteste Moschee Kairos, und ist heute noch intakt. Sie wurde von Ahmed ibn Tulun gegründet und gilt zusammen mit el Fustat und el Askar als Ursprung des heutigen Kairo.
Im Jahr 969 eroberte der fatimidische General Gohar Ägypten und gründete el-Qahira, „die Siegreiche“, womit der Aufstieg Kairos begann. Zu besichtigen ist aus dieser Zeit die berühmte el-Ashar-Moschee. Das Gebäude wurde 972 vollendet und im Laufe der Jahrhunderte allerdings grundlegend verändert. Heute ist es der Sitz der weltweit wichtigsten islamischen Universität
Die Zitadelle von Kairo, in der die Mohamed Ali-Moschee besichtigt werden kann, wurde von dem ayubidischen Herrscher Salah ed-Din (bekannter unter dem Namen Saladin) errichtet. Er regierte Ägypten 22 Jahre lang (1171 – 1193). Nach den ayyubidischen Sultanen kamen die Mamluken, ehemalige Sklaven, an die Macht und regierten das Land 267 Jahre lang. Aus dieser Zeit stammt derBaukomplex Qala un und des Barquq, der sich im gesamten Viertel nördlich des Basars Khan el-Khalili erstreckt.
Als Begründer des modernen Ägypten gilt Mohammed Ali, ein Soldat albanischer Herkunft, der 1805 zum Pascha ernannt wurde. Er schaltete die mamlukischen Sultane mit Gewalt aus und schreckte dabei nicht vor Massakern zurück. Mit Hilfe seines Sohnes unternahm er Feldzüge nach Syrien und in den Sudan und konsolidierte dadurch die Macht Ägyptens in der Region. Er ließ auf der Zitadelle eine im türkischen Stil und zur Gänze mit Alabaster verkleidete Moschee errichten, was ihr den Beinamen Alabastermoschee einbrachte.
Im Museum für islamische Kunst, kann der Besucher 75.000 Fundstücke bewundern. Es zählt weltweit zu den schönsten und interessantesten islamischen Museen. Weitere Touristenattraktionen sind das Nilometer, eines der ältesten Monumente aus islamischer Zeit auf der Insel Roda und der Kairo Turm, von dem aus man einen Blick über die ganze Stadt hat.
Der Khan el-Khalili ist der größte Basar des Nahen Ostens. Der ursprüngliche Kern wurde 1382 unter der Herrschaft des Sultans Barquq vom Emir Jarkas el-Khalil errichtet. Heute findet man hier in zuweilen dunklen Gassen, unzählige Handelsgeschäfte, die alles anbieten, was das Herz begehrt. Es gibt ein eigenes Gold- und Schmuckviertel, Parfüm- und Gewürzzonen und vieles mehr. Neben all den vielen Waren, sollte man seine Augen auch auf die alten Gebäudefassaden und die Innenhöfe richten, in denen man den Handwerkern bei der Herstellung ihrer Produkte zusehen kann. Nicht entgehen lassen sollte man sich am Ende des Basarbummels einen Besuch im berühmten Cafe Fishawi. Ein altes Kairoer Kaffeehaus (von denen es insgesamt etwa 30.000 geben soll) in einer kleinen dunklen Nebenstrasse, mit großen Spiegeln an der Wand, in dem man eine bunte Mischung alteingesessenen Kairoer Bürgern, Pilgerreisenden und Touristen antreffen kann.
Bedeutende Zeugnisse des koptischen Kairos sind die Abu-Sergia-Kirche, die im 5. Jahrh. erbaut wurde und bei der die Hl. Familie auf ihrer Flucht gerastet haben soll und das koptische Museum. Des weiteren können noch die hängende Kirche, die St. Mercurius Kirche und das St. Georgskloster
besichtigt werden.
Bedeutende Vertreter und Kulturschaffende des modernen Kairo sind die Sängerin Umm Kulthum und der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus.
„Die Popularität der ägyptischen Sängerin Umm Kulthum (1904 – 1973) in der arabischen Welt ist bis heute unübertroffen. Sie war eine Frau der Superlative. Wenn jeden ersten Donnerstag im Monat ihr neues Konzert im Rundfunk übertragen wurde, konnte man währenddessen die Grenzen der arabischen Welt abstecken.“ (aus der Biographie von Stefani Gsell)
Nagib Machfus, 1911 - 2006, hat Kairo kaum verlassen. Er beschrieb und pries seine Stadt in unzähligen Werken. 1988 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Er schrieb über Ägypten und Kairo folgendes: „Ägypten ist die älteste Kulturnation der Erde. Die Völker aller Nationen haben hier nacheinander ihre Spuren hinterlassen. Nach den Pharaonen kamen die Perser, dann die Griechen, danach die Römer und Araber und so weiter. Das Niltal wurde zu einem universellen Buch, das die Unterschrift, den Stempel aller Nationen trägt. In Kairo vermischt sich die moderne Zivilisation mit den archäologischen Stätten der alten Ägypter, Römer, Griechen, Kopten und Muslime. Hier in Ägypten ist die gesamte Menschheitsgeschichte so konzentriert vorhanden wie nirgendwo sonst. Ägypten hat alle Nationen wie eine Mutter aufgenommen – sonst wären sie ja nicht geblieben und hätten einen Teil von sich hier gelassen. Das war Ägyptens Los und Schicksal mit all seinen guten und schlechten Seiten.“.